YMYL – Warum Google dein Geld und Leben besonders schützt

Rosa Blumenwiese als Symbol für den Schutz sensibler Themen bei Google YMYL

Google möchte, dass Menschen mit ihren Suchergebnissen wirklich zufrieden sind. Klar, sie sollen ja wiederkommen. Deshalb behandelt Google nicht alle Themen gleich. Welche Inhalte besonders streng bewertet werden und warum Google das macht, erfährst du in diesem Artikel.

Dein Geld oder dein Leben – warum Google hier keinen Spaß versteht

Kennst du diese Lamborghini-Marktschreier? Die (meistens) jungen Männer, die vor einem schicken Auto stehen, mit Geldscheinen wedeln und dir versprechen, dass du über Nacht reich wirst?

Alles, was du dafür tun musst, ist ihr (überteuertes) Programm zu kaufen. Und dann? Passiert meistens nichts außer, dass du um einen stattlichen Betrag ärmer bist.

Doch was hat das jetzt mit Google zu tun?

Google sieht sich in der Verantwortung, Nutzende vor solchen schädlichen oder irreführenden Informationen zu schützen. Themen, die deine Finanzen, deine Gesundheit oder deine Sicherheit massiv beeinflussen können, fallen unter eine besondere Kategorie.

Diese heißt im Fachjargon (Achtung, es wird Englisch) „Your Money or Your Life“ oder kurz YMYL. Warum Google das macht und was du tun kannst, wenn du in einem solchen Thema unterwegs bist, das schauen wir uns hier im Detail an.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

  • Was YMYL bedeutet und welche Themen darunter fallen
  • Warum nicht jede Qualifikation für Google gleich ist
  • Wie du deine Inhalte YMYL-sicher machst
  • Was KI mit YMYL zu tun hat
  • Warum YMYL keine Hürde ist, sondern eine Chance

Was genau fällt unter YMYL?

Bevor wir YMYL genauer unter die Lupe nehmen, schauen wir uns erstmal an, was denn alles in diese Kategorie fällt.

Auch wenn du vielleicht denkst, dass du nicht in diese Kategorie fällst, du bist schneller drinne als du denkst.

Folgende Themen ordnet Google in die Kategorie Geld oder Leben ein:

  • Finanzen: Zum Beispiel: „Wie investiere ich 1.000 €?“
  • Gesundheit: Zum Beispiel: „Welche Hausmittel helfen bei Bluthochdruck?“
  • Rechtliches: Zum Beispiel: „Wie erstelle ich ein rechtssicheres Testament?“
  • Shopping: Zum Beispiel: „Welche Online-Shops sind seriös?“ oder „Ist dieser Anbieter vertrauenswürdig?“
  • Sicherheit: Zum Beispiel: „Wie erkenne ich eine Phishing-Mail?“ oder „Was tun bei einem Einbruch?“
  • Gesellschaftliche Themen: Wahlen, politische Inhalte oder Informationen über öffentliche Institutionen. Also alles, das das Vertrauen in die Gesellschaft beeinflussen kann.

Und fällst du in einer dieser Kategorien? Wenn ja, keine Panik. Es ist nicht das Ende für deine Website oder deinen Blog.

💡 Gut zu wissen:

Google bewertet YMYL nicht nach dem Motto „entweder du bist drin oder du bist draußen“. Es ist eher eine Skala. Ein Artikel über gesunde Ernährung fällt anders ins Gewicht als ein Artikel über Medikamentendosierungen. Beide sind YMYL, doch auf unterschiedlichen Stufen.

Das heißt für dich, je mehr deine Inhalte echten Einfluss auf Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit haben kann, desto genauer schaut Google hin.

Googles Antwort auf schlechte YMYL-Inhalte

Damit das Internet nicht zu einem Ort zwielichtiger Inhalte verkommt, schaut Google bei YMYL-Themen ganz genau hin. Die Antwort darauf heißt Google E-E-A-T.

E-E-A-T steht für Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen. Kurz gesagt, Google prüft, ob du wirklich weißt, wovon du schreibst, und ob deine Leser und Leserinnen dir vertrauen können.

Für YMYL-Inhalte gilt das besonders streng. Wenn du über Gesundheit, Finanzen oder Recht schreibst, musst du Google deutlich mehr zeigen als jemand, der Reiseberichte veröffentlicht.

Was E-E-A-T genau bedeutet und wie du es umsetzt, erfährst du ausführlich hier: Was Google braucht, um deine Inhalte gut zu finden

💡 Gut zu wissen:

Diese Anforderungen sind keine Vermutung. Google hat sie in den sogenannten Search Quality Rater Guidelines offiziell festgehalten.

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Wie du deine Inhalte YMYL-sicher machst

Auch wenn alles rund um Geld und Gesundheit im ersten Moment kompliziert klingt, ist es das nicht.

Wenn du in diesen Themenfeldern unterwegs bist, gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest.

Verlinke immer auf Primärquellen oder anerkannte Studien. Das zeigt Google, dass dein Wissen seriös ist.

Zeig dich. Also dein Gesicht. Füge ein paar Infos über dich hinzu. Stichwort Autorenbox. Wer bist du und warum bist du qualifiziert, über dieses Thema zu schreiben?

Bleib up-to-date. Nichts altert schlechter als medizinische oder finanzielle Ratschläge und das mag Google überhaupt nicht. Die Folge? Deine Inhalte finden sich irgendwo auf Seite 325 wieder.

Google prüft auch, ob deine Website transparent ist. Ein gut erreichbares Impressum und eine Datenschutzerklärung sind dabei kein Nice-to-have, sondern Pflicht.

💡 Gut zu wissen:

Wenn du das ignorierst, merkst du es spätestens, wenn Google seine Suchergebnisse aktualisiert und deine Inhalte plötzlich kaum noch gefunden werden.

YMYL beim Thema Coaching

Wenn du jetzt denkst: Puh, Glück gehabt. Ich bin im Coaching unterwegs, mich betrifft das nicht, dann Vorsicht.

Sobald dein Coaching in Bereiche vordringt, die das Leben deiner Kunden massiv verändern, schaut Google ganz genau hin. Wie zum Beispiel bei Business- und Finanz-Coaching. Gibst du Tipps, wie man sein Business skaliert oder wie man investiert, fällst du sofort in den Bereich „Your Money“.

Das Gleiche gilt für Life-Coaching und Psychologie. Gibst du Ratschläge zu mentaler Gesundheit, Burnout-Prävention oder tiefgreifenden Lebensentscheidungen, fällst du unter „Your Life“.

Google möchte sicherstellen, dass hier keine „Glücksritter“ ohne Fundament beraten. Die Lösung ist, deine Coaching-Inhalte immer mit echten Fallstudien oder deinen Qualifikationen zu verknüpfen.

Es ist ganz wichtig, Google und deinen Lesern und Leserinnen zu zeigen, dass du qualifiziert bist.

Coaching kann Leben verändern. Google weiß das und prüft deshalb, wer dahinter steht.

Nicht jede Qualifikation ist für Google gleich

Noch mal kurz zum Thema Qualifikation. Sie ist zwar sehr wichtig, doch nicht jede Qualifikation wird von Google gleich gewichtet.

Eine dreijährige Ausbildung mit Prüfung und anerkanntem Abschluss hinterlässt im Netz deutlich andere Spuren als ein Wochenend-Zertifikat. Google erkennt den Unterschied.

Warum? Weil anerkannte Ausbildungen meist an Verbände, Institutionen oder Fachmedien geknüpft sind, die Google kennt und denen es vertraut. Ein Zertifikat, das nur auf einer einzigen Seite erwähnt wird, hat deutlich weniger Gewicht.

Das bedeutet für dich, dass du nicht nur deinen Titel in die Autorenbox schreiben solltest, sondern auch den Kontext dazu. Also nicht nur „Coach“, sondern „Zertifizierter Coach mit dreijähriger Ausbildung am Institut XY, spezialisiert auf Stressmanagement.“

So zeigst du Google, dass du die richtige Person bist, um über dieses Thema zu schreiben.

Google sieht nicht nur, was du kannst. Es sieht auch, wie du es belegt.

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Geld, Leben und KI

KI-Tools wie ChatGPT & Co. sind praktisch. Du stellst eine Frage und bekommst eine Antwort, die meistens erst mal richtig klingt. Doch bei YMYL-Themen solltest du genau hinschauen, bevor du Inhalte einfach so übernimmst.

Warum? Weil eine KI nicht weiß, ob eine Information richtig ist oder nicht. Sie berechnet nur, welche Wörter wahrscheinlich zusammenpassen. Die basieren auf Inhalten, die irgendwo im Internet stehen oder die in ihre Trainingsdaten eingespeist wurden.

Und wir alle wissen, dass das Internet leider kein Ort ist, an dem nur korrekte Informationen zu finden sind.

Hier mal ein Beispiel. Du fragst eine KI nach Tipps bei Bluthochdruck. Die KI gibt dir eine Antwort. Sie klingt plausibel, liest sich gut und fühlt sich richtig an. Doch woher stammt diese Information? Von einem Arzt? Aus einer Studie? Oder von einem Blog, der vor fünf Jahren mal irgendwas zusammengefasst hat?

Das weißt du nicht und deine Leserinnen und Leser auch nicht.

Bei Gesundheits- oder Finanzthemen kann eine falsche Information echten Schaden anrichten. Deshalb solltest du KI bei solchen Themen als Unterstützung nutzen, aber dein eigenes Fachwissen und deine Erfahrung müssen erkennbar sein.

Google erkennt solche Unterschiede. Texte, die nur aus allgemeinen Aussagen bestehen, die jede KI so formulieren könnte, werden anders bewertet als Inhalte, die echte Erfahrung, eigene Beispiele und belegte Quellen enthalten. Dein persönlicher Blickwinkel ist das, was eine KI nicht kopieren kann.

Dein Wissen ist echt. Das einer KI ist geliehen.

Wie KI YMYL-Inhalte bewertet

Die Antwort lautet: Kommt drauf an. Ausschlaggebend ist, mit welcher KI du arbeitest.

Google zum Beispiel analysiert beim lesen deiner Seite, ob dein Inhalt Signale von Vertrauen und Expertise zeigt. Der Autor / Autorin, Quellenangaben und Wissen. Das ist keine Magie, sondern Mustererkennung. Dies entscheidet dann unter anderem auch darüber, ob du in der KI-Übersicht als Quelle genannt wirst.

ChatGPT oder Claude hingegen lernen nicht live aus dem Internet. Ihr Wissen hat ein Ablaufdatum. Wenn du also hoffst, dass ChatGPT deinen neuen Blogartikel kennt, muss ich dich leider enttäuschen, meistens tut es das nicht.

Beide können zwar auch im Internet nach aktuellen Themen recherchieren. Das passiert zum Beispiel, wenn du explizit nach aktuellen Informationen fragst oder die Websuche in den Einstellungen aktiv ist. Für allgemeine Fragen greifen sie aber oft auf ihr gespeichertes Wissen zurück und das hat ein Ablaufdatum.

Eine Ausnahme ist hier Perplexity. Diese KI greift aktiv auf aktuelle Quellen zu und zitiert sie direkt. Hier lohnt es sich, als vertrauenswürdige Quelle sichtbar zu sein.

Nicht jede KI ist gleich. Aber alle bevorzugen Quellen, denen sie vertrauen können.

YMYL ist keine Hürde, sondern eine Chance

Ja, Google schaut bei sensiblen Themen genauer hin. Doch das solltest du eher als Chance sehen.

Du bist Experte oder Expertin auf deinem Gebiet und weißt, wovon du schreibst. Wenn du echte Erfahrung, Quellen und Wissen mit einbaust, hast du genau das, was Google sucht und was KI-Systeme nicht liefern können.

Das Google diese Themen strenger bewertet bedeutet nicht, dass du aufhören sollst, über Gesundheit, Finanzen oder Recht zu schreiben.

Es bedeutet nur, dass du es mit Sorgfalt tust. Kennst du noch die American Express Werbung, wo der Mann gesagt hat: „Ich bezahle mit meinem guten Namen“?

Genauso sollte es bei deinen Inhalten sein. Du stehst mit deinem Namen dahinter und mit Quellen, die belegen, was du sagst. Denn nicht nur Google E-E-A-T ist wichtig, sondern auch gutes Schreiben.

Deine Meinung ist gefragt

Kanntest du YMYL schon? Und bist du vielleicht auch in einem dieser Bereiche unterwegs? Findest du es gut, dass Google solche Themen strenger bewertet? Schreib es gerne in die Kommentare.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet YMYL?

YMYL steht für „Your Money or Your Life“ und beschreibt Inhalte, die die Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit von Menschen beeinflussen können. Google bewertet diese Inhalte strenger als andere.

Bin ich als Coach oder Bloggerin von YMYL betroffen?

Ja, sobald deine Inhalte Einfluss auf Gesundheit, Finanzen oder wichtige Lebensentscheidungen haben können. Das betrifft zum Beispiel Business-Coaching, Ernährungstipps oder rechtliche Hinweise.

Was ist der Unterschied zwischen YMYL und E-E-A-T?

YMYL beschreibt die Themen, die Google als besonders sensibel einstuft. E-E-A-T ist Googles Antwort darauf, also die Anforderungen, die du erfüllen musst, wenn du über diese Themen schreibst.

Darf ich KI nutzen, wenn ich YMYL-Inhalte schreibe?

Ja, aber mit Bedacht. KI kann dich beim Schreiben unterstützen, doch dein eigenes Fachwissen und deine Erfahrung müssen klar erkennbar bleiben. Bei sensiblen Themen trägt immer du die Verantwortung für die Richtigkeit der Inhalte.

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